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Szenarien des Bundes: Betrachtung für Graubünden

In drei Szenarien skizziert der Bundesrat mögliche Entwicklungen der Pandemie im Sommer und Herbst. Sie dienen zur Vorbereitung auf die kommenden Monate und den Ausblick auf den Winter. Die Taskforce «Corona II Engadin» bewertet sie aus der Sicht des Tourismus in Graubünden.

Sonnige Aussichten für Sommer, Herbst und Winter; dennoch werden uns einige Schutzmassnahmen auch durch den kommenden Winter begleiten. (Bild: Engadin St. Moritz)

Die aktuelle Entwicklung der Pandemie in der Schweiz ist erfreulich und die Sommersaison in Graubünden ist gut angelaufen. Die «Delta-Variante» des Coronavirus ist der im Moment grösste Unsicherheitsfaktor - auch für den Tourismus. Sie dominiert bereits in Grossbritannien, Russland und Portugal. In der Schweiz macht sie in etwa 15 Prozent der analysierten Fälle aus – es wird aber erwartet, dass sie auch hierzulande zur dominanten Variante wird.


Die drei Szenarien des Bundes

Optimistisches Szenario: Die aktuelle Entwicklung geht so weiter, die Zahlen bleiben tief.
> Die noch geltenden Massnahmen können aufgehoben werden, sobald der Teil der Bevölkerung geimpft ist, der sich impfen lassen kann und will. 

Mittleres Szenario: Im Herbst und Winter steigen die Ansteckungen wieder an, weil a) nicht alle geimpft sind und b) die kalte Jahreszeit die Leute wieder vermehrt in die Innenräume bringt.
> Massnahmen wie die Maskenpflicht oder Abstandsregeln werden wieder eingeführt.

Pessimistisches Szenario: Es treten neue Varianten des Virus auf, gegen die die erhältlichen Impfstoffe nicht oder ungenügend wirken.
> Der Bund und die Kantone erlassen wieder einschneidende Massnahmen.

 

Beurteilung für Südbünden

Der Bundesrat betrachtet das mittlere Szenario als das mit der höchsten Wahrscheinlichkeit. Die Leitung der Taskforce zieht daraus für unsere Region folgende Schlüsse:

  • Die Normalisierung des Tourismusbetriebs kann im Sommer, Herbst und Winter weiter fortgesetzt werden. 
  • Die Schweiz und insbesondere Graubünden verfügen über positive Erfahrungen und einen guten Ruf im Umgang mit der Pandemie. Diese bilden die Basis für das Vertrauen der Gäste, welches bei der Entscheidung über einen Ferienort eine zentrale Rolle spielt.
  • Dank des Covid-Zertifikats werden internationale Reisen – vorerst in der westlichen Welt – wieder einfacher. Gäste aus dem Ausland kehren vermehrt zurück.
  • Für den kommenden Winter muss im Vergleich mit den Wintern vor der Pandemie dennoch weiterhin mit einem spürbaren Gäste-Minus vor allem aus den Fernmärkten gerechnet werden.
  • Ein gewisses Mass an Sicherheitsmassnahmen wird uns auch durch den kommenden Winter begleiten. Für das Vertrauen der Gäste, der Mitarbeitenden und der Einheimischen sind möglichst einheitliche Umsetzungen der Sicherheitsstandards in unserer Region von grossem Vorteil.

Empfehlungen der Taskforce für den Sommer

  • Die Durchimpfung der Bevölkerung, der aus dem Ausland zureisenden Mitarbeitenden und der ausländischen Gäste wird unter dem mittleren Szenario des Bundes ein zentraler Pfeiler der Pandemiekontrolle in unserer Region bleiben.
    Die Leitung der Taskforce empfiehlt weiterhin, die Mitarbeitenden der Betriebe auf die Möglichkeit der Impfung aufmerksam zu machen und ihnen auch die zeitliche Möglichkeit zu geben, sich impfen zu lassen.
  • Die noch bestehenden Schutzmassnahmen helfen, weitere Ansteckungen von nicht geimpften Personen zu reduzieren.
    Die Leitung der Taskforce empfiehlt, die Massnahmen vor und hinter den Kulissen konsequent umzusetzen. Dazu müssen die Mitarbeitenden wissen, wie die einzelnen Massnahmen wirken und weshalb ihre Anwendung nach wie vor wichtig ist. Nur gut informierte / geschulte Teams können die Massnahmen kompetent vertreten und umsetzen und so zum Vertrauen unserer Gäste beitragen.

 

Christian Gartmann ist der Initiant der Taskforce «Corona II Engadin». Er leitet die Gruppe zusammen mit dem Tourismusexperten Jan Steiner, Mitglied der Geschäftsleitung der Destinationsorganisation Engadin St. Moritz