Mit der gezielten Tötung Osama Bin Ladens ist der Regierung Obama nicht nur ein lang ersehnter, militärischer Sieg gelungen. Die Meldung hätte – verkündet vom Präsidenten persönlich – zum grössten PR Scoop des Jahrzehnts werden sollen. Ein paar übereifrige Beamte haben es dem Präsidenten vermasselt.

Barack Obama wollte es sich nicht nehmen lassen, dem Volk die lang ersehnte Nachricht persönlich mitzuteilen: Spezialeinheiten der Navy Seals mit Kampfhelikoptern hatten am Sonntag in einer gezielten Aktion den Führer von Al Kaida getötet. Die Überraschung war perfekt, zumindest in der Theorie.
In der Praxis gibt es aber immer ein paar Regierungsbeamte, die es trotz aller strikten Geheimhaltung nicht lassen können, die gute Nachricht noch vor dem Präsidenten zu streuen. Sei es, um sich mit ein paar Journalisten gut zu stellen, sei es, um selbst für ein paar Sekunden im Rampenlicht zu stehen.
Zuerst waren es nur ein paar Tweets und ein paar SMS an Journalisten, danach brachen dann schnell alle Dämme. Im Sekundentakt überschlugen sich in Twitter, Facebook und den Online- und Broadcasting-Medien die Spekulationen. Obama selbst schrieb noch an seiner Fernsehansprache, als die Huffington Post schon gross titelte: DEAD!
- Weltweit berichten Medien vom Informationsdesaster rund um einen Mega-PR-Scoop und ein paar Regierungsbeamte, welche mal wieder die Klappe nicht halten konnten:
- Turning to Social Networks for News - New York Times
- Keith Urbahn schlägt sie alle - Neue Zürcher Zeitung
- Osama Bin Laden's Death Leaked Via Twitter - Huffington Post
- How the Bin Laden Announcement Leaked Out - New York Times
- Bin Laden is dead - US-Präsident Barack Obama