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Bock auf Graubünden!

«Graubünden existiert nicht», kommentierte die Südostschweiz am Tag nach dem Nein und verwies auf den Graben zwischen Süd und Ost sowie Nord und West des Kantons. Graubünden 2022 hat es tatsächlich nicht geschafft, die kleinkarierte Tälermentalität aufzubrechen und ein Wir-Gefühl zu erzeugen.

Zum «Warum» gibt es so viele Experten, wie Stimmbürger. Offensichtlich sehen aber viele Bündnerinnen und Bündner den wirtschaftlichen Konkurrenten noch immer lieber im anderen Kantonsteil als dort, wo er wirklich sitzt: ausserhalb der Schweiz.

Man kann nun lamentieren, der Tourismus in anderen Ländern hätte bessere Ausgangslagen, produziere günstiger oder würde staatlich mehr gefördert. Was unsere Konkurrenten aber wirklich von uns unterscheidet, ist der Hunger nach Erfolg. Wer diesen Hunger verliert, verliert den Willen zum Sieg, sportlich wie wirtschaftlich.

Aus dem Traum, den auch ich geträumt habe, wird nichts. Aber das ist kein Grund, den Kopf nun in den Pulverschnee zu stecken. Viele tausend Bündnerinnen und Bündner haben uns ihr Vertrauen geschenkt. Sie haben «Ja» gestimmt zu einem lebendigen Kanton, zu einem Graubünden, das aktiv an seiner Zukunft arbeitet. Im Kleinen wie im Grossen sollten wir ab sofort versuchen, den Geist von Graubünden 2022 weiterzuleben.

«Bock auf Olympia» titelte das Bündner Tagblatt vor einem Jahr. «Bock auf Graubünden» müsste die Schlagzeile ab heute lauten.

Christian Gartmann
Leiter Kommunikation & Marketing Graubünden 2022, St. Moritz