Mehr als 13’000 Läuferinnen und Läufer aus über 60 Nationen starten am Sonntag zum 56. Engadin Skimarathon und dem 17. Engadin Halbmarathon. Das Elitefeld wird traditionell von Schweizerinnen und Schweizern bestellt, aber auch Frankreich ist wieder stark vertreten. Die meisten Augen dürften allerdings auf Einar Hedegart gerichtet sein: Der Norweger gewann an den Olympischen Spielen in Italien zwei Gold- und eine Bronzemedaille.

Ein Doppel-Olympiasieger und ein Doppel-Weltmeister aus Norwegen gehören in diesem Jahr zu den Topfavoriten des Engadin Skimarathon: Einar Hedegart (24) ist in bemerkenswerter Form und kehrte mit gleich drei Medaillen von den Olympischen Spielen zurück. Er gewann in der 7,5-km-Staffel sowie im Teamsprint Gold und über 10 km Freistil Bronze.
Ebenfalls im Teamsprint und über die 10 Kilometer Freistil feierte sein Landsmann Finn Hågen Krogh (35) seine grössten Erfolge. Die beiden Weltmeistertitel des Routiniers liegen neun und elf Jahre zurück. Heute ist der ehemalige Weltcupläufer auf lange Distanzen spezialisiert und bestreitet erfolgreich Rennen der Ski Classics.
Traditionell stark aufgestellt sind am Engadiner die Franzosen: Weltcupläufer Clément Parisse (32) und die Engadin-Kenner Gérard Agnellet (33) und Aubin Gautier Pelissier (24) gilt es im Auge zu behalten. Zu den grossen Namen des Engadin Skimarathon gehören zweifellos die beiden Schweizer Jason Rüesch (31) und Candide Pralong (35). Beide beenden Ende Saison ihre Karrieren und haben sich vorgenommen, vor einheimischem Publikum noch einmal zu glänzen.
Zurück von den Olympischen Spielen wird auch der beste Schweizer Distanzläufer Beda Klee (29) am Engadiner starten. Sowohl aus der Schweiz wie aus Frankreich ist zudem je eine ganze Gruppe von ambitionierten Nachwuchsathleten am Start.
Giuliana Werro im engsten Kreis der Favoritinnen
Bei den Frauen hat die Zernezerin Giuliana Werro (27) mit dem Engadin Skimarathon noch eine Rechnung offen: 2023 hatte sie den grössten Langlaufanlass im Alpenraum überraschend gewonnen, 2024 und 2025 musste sie sich mit dem zweiten Platz begnügen. Nach ihrem überragenden Sieg im Engadin Frauenlauf gehört sie in diesem Jahr wieder zu den Favoritinnen.
Allerdings ist das Feld der Gegnerinnen prominent. Dazu gehören etwa die französische Weltcup-Läuferin Juliette Ducordeau (27) oder die norwegische Biathletin Hanna Boerve (25). Ebenfalls eine sehr erfahrene Biathletin ist Irene Cadurisch (34): Sie stammt aus Maloja und kennt die Strecke wie ihre Westentasche. Auch für sie wird es das letzte Rennen ihrer Karriere sein, bevor sie sich als neue Biathlontrainerin bei Engadin Nordic engagiert.
Um die Spannung in der Rennspitze zu erhöhen, werden zusätzliche, nach Geschlechtern getrennte, Sprintprämien eingeführt: in Sils der Engadin Skimarathon Sprint für die Frauen, in St. Moritz der St. Moritz-Sprint für die Männer und in La Punt der Coop-Sprint für Frauen und Männer.
Die Natur ist unser Gastgeber
Über die sportlichen Aspekte hinaus ist dem Engadin Skimarathon seine Verantwortung für die Umwelt ein zentrales Anliegen. Um die Natur zu schonen und die Abfallentsorgung nach dem Lauf zu vereinfachen, gibt es neu im Startgelände, auf der Strecke und im Zielbereich sogenannte «Abfallzonen». Nur hier und in den Verpflegungszonen dürfen die Teilnehmenden Verpackungen, Becher und andere Abfälle wegwerfen. Beginn und Ende dieser Zonen sind mit speziellen Tafeln signalisiert. Littering ausserhalb der Abfallzonen kann mit Disqualifikation bestraft werden.
Nach dem Durchgang des Feldes laufen «Clean Up Teams» auf Skis die gesamte Strecke ab und sammeln liegen gebliebenen Abfall ein. Ebenfalls der Umwelt zuliebe gilt bei allen Rennen der Engadiner Marathonwoche wieder das Verbot von Fluorwachs. Es werden Stichproben aus dem Feld genommen. Die Missachtung dieses Verbots wird ebenfalls mit Disqualifikation und einer zweijährigen Sperre bestraft.
Von Donnerstag bis Samstag bieten Swiss Ski und der Engadin Skimarathon in der «Engadiner» Hütte beim Langlaufzentrum Pontresina kostenlose Fluor-Tests an. Um die Anreise mit dem öffentlichen Verkehr noch attraktiver zu machen, gilt der Startnummern-Gutschein neu als ÖV-Ticket in ganz Graubünden. Noch bis Samstag bietet Engadin Bus einen Zusatzdienst für trainierende Läufer: Die Linie 608 fährt sie vom Zeughaus am Ziel in S-chanf bis nach St. Moritz.
Sehr hohe Anmeldezahlen
Der Engadin Frauenlauf lockte vergangenen Sonntag das zweitgrösste Teilnehmerinnenfeld seiner Geschichte an und auch der Engadin Skimarathon verzeichnet eine sehr hohe Nachfrage. Die Marke von 13'000 Anmeldungen wurde eine Woche vor dem Startschuss geknackt und die 1'000 Startplätze für den Engadin Nachtlauf am Donnerstag sind bereits seit geraumer Zeit ausverkauft.
Die Startnummern werden wieder im Zentrum Rondo in Pontresina abgegeben. Die Gutscheine müssen dazu nicht ausgedruckt werden, der QR-Code auf dem Mobiltelefon reicht. Teilnehmende, Freunde und Familien treffen sich vom Donnerstag bis Samstag wieder im Pontresiner Marathon-Village. An der Via Maistra und beim Langlaufzentrum erwarten sie die führenden Ausrüster sowie die Sponsoren des Engadin Skimarathon.
Am Freitag um 18:15 Uhr lädt das Berner Mundart-Pop-Duo Lo & Leduc zum traditionellen Gratis-Konzert auf der Plazza Gitögla. Am Samstag um 12:30 Uhr steht Mountainbike-Star Nino Schurter auf der Bühne der Plazza Bellavita und um 15:00 Uhr verraten Favoritinnen und Favoriten, wie sie am Sonntag gewinnen wollen. Im Hotel Allegra findet ab 13:30 Uhr zudem das Wissenschaftscafé «Regeneration im Langlauf- und Ausdauersport» statt.
Der coolste Zürcher kommt ins Engadin
Graubünden ist der Gastkanton des diesjährigen Zürcher Sechseläutens. Im Vorfeld besucht der «Böögg» den Engadin Skimarathon. Der Schneemann ist «der coolste Zürcher» und die Symbolfigur des grossen Zürcher Frühlingsfestes. Am Donnerstagabend nimmt er am Engadin Nachtlauf teil und erholt sich am Freitag im Marathon Village in Pontresina. Am Samstag besucht er dann St. Moritz und am Sonntag feuert er im Ziel in S-chanf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Engadin Skimarathon an.
A propos «feuert»: Am 20. April wird der Böögg am Sechseläuten feierlich verbrannt. Sollte er wieder einmal nicht brennen, lädt der Engadin Skimarathon ihn zum Firn-Skating ins Engadin ein.
Medieninformation des Engadin Skimarathon vom 2. März 2026. Christian Gartmann ist seit 2014 Beauftragter Kommunikation und Medien sowie Mitglied des Krisenstabs des Engadin Skimarathon.