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La Punt sagt einstimmig JA zu Inn-Revitalisierung

Die Stimmbevölkerung von La Punt Chamues-ch will die Renaturierung des Inns und der Chamuera auf ihrem Gemeindegebiet realisieren. Die Gemeindeversammlung hat sowohl die Kostenbeteiligung als auch die entsprechende Nutzungsplanung einstimmig angenommen. Die Ausführung wird bis Mitte der Dreissigerjahre dauern.
Ebene von La Punt VISU (c) P. Rey Hydra AG kleiner
Ebene von La Punt VISU (c) P. Rey Hydra AG kleiner

Der Inn zwischen Bever und La Punt soll komplett revitalisiert werden. Dies hat die Gemeindeversammlung La Punt Chamues-ch entschieden. Ab der Gemeindegrenze Bever bis zum Dorfrand La Punt soll der Inn mehr Platz erhalten. Die schnurgerade Kantonsstrasse auf dem heutigen Inndamm soll zur Bahnlinie an den Hang verlegt und die Bahnlinie begradigt werden, was Verbesserungen für den Zugsverkehr ermöglicht. Auch der Lauf der Chamuera entlang des Dorfrandes soll revitalisiert werden; bei der Mündung in den Inn soll ein neuer Natur-Badesee entstehen.

Das Renaturierungsvorhaben und die Verlegung von Bahn und Strasse zum Hang schaffen Raum für naturnahe Wasserläufe und tragen zu einem verbesserten Hochwasserschutz bei. Gleichzeitig vernetzen sie die Auenlandschaft des Oberengadins wieder neu und schliessen die Lücke zwischen den bereits ausgeführten Revitalisierungsprojekten zwischen Celerina und Bever sowie Madulain und Zuoz.

Das Projekt begann 2014 und wurde von den Fachplanern in enger Absprache mit Gemeinden, Kanton, Rhätischer Bahn, Tiefbauamt, Landwirtschaft und zahlreichen Organisationen, die sich für die Natur einsetzen, entwickelt.

Die Kosten werden mit 78 Millionen Franken veranschlagt. 80% oder 62,5 Millionen Franken trägt der Bund. Der Kanton, der «ewz naturemade Star Fonds» und die Gemeinde La Punt Chamues-ch tragen je 5,2 Millionen Franken. Die Kosten für die Umfahrungsstrasse mit Tunnel werden vom Kanton, diejenigen für die Verlegung der Bahnlinie von der Rhätischen Bahn getragen.

Die Gemeindeversammlung vom Freitagabend musste neben einem Projektkredit von 5,2 Millionen Franken auch eine Änderung der Nutzungsplanung der Gemeinde genehmigen. Die Renaturierung des Inns und der Chamuera sowie die parallel geplanten Projekte zur Begradigung der RhB-Linie und der Kantonsstrasse wurden der Versammlung deshalb vom verantwortlichen Projektleiter und dem beratenden Raumplaner erläutert. Beide Vorlagen wurden einstimmig angenommen.

Die Vorarbeiten zur Verlegung der Engadinstrasse in einen Tunnel haben bereits begonnen. Nach der Bewilligungs- und Submissionsphase 2026 sollen 2027 auch die Bauarbeiten für landwirtschaftliche Ersatzmassnahmen und die schrittweise Verlegung des Inns aus seinem heutigen Kanal in die Ebene beginnen. 2030 wird die Renaturierung der kanalisierten Chamuera zwischen Müsellabrücke und der Mündung in den Inn begonnen. Die Fertigstellung des Gesamtprojekts ist für 2033 geplant.